Gesprächseröffnung & Kennenlernen
Wir bedanken uns herzlich für die Einladung und die Gelegenheit zu diesem gemeinsamen, vertrauensvollen Arbeitsgespräch.
Gemeinsames Ziel der Gesprächsrunde:
Die fachlichen und kommunalen Perspektiven der Stadt Viersen, des Wasser- und Bodenverbands Mittlere Niers sowie unserer Bürgerinitiative konstruktiv zusammenzubringen, um zukunftsfähige und nachhaltige Lösungswege für den Starkregenschutz in der Bockerter und Bebericher Heide zu erörtern.
Zum Auftakt des Austauschs schlagen wir eine kurze, ungezwungene Kennenlernrunde aller Beteiligten vor.
Topographie Bockerter Heide / Bebericher Heide
Das hydrologische Nadelöhr im Einzugsgebiet des Hammer Bachs:
Die Gefahrenkette:
- Geologie: Staunasse Lehmböden verzögern die natürliche Versickerung.
- Nutzungswandel: Übergang von Beweidung zu Ackerbau vermindert den Wasserrückhalt.
- Folgen: Ungebremster Wassereinstrom entspricht ca. 4.000 Tanklastzügen pro Stunde, die Oberböden auswaschen und Keller fluten.
Starkregen 2025 in Mönchengladbach
Auswirkung auf Oberbeberich – Ein realer Ausblick:
Das extreme Starkregenereignis des Jahres 2025 im direkt benachbarten Mönchengladbach dient uns als konkreter und drängender Anschauungsunterricht:
Beobachtungen & Erkenntnisse:
- Massive Überflutungen in topographischen Senken, ähnlich der Rinnenlandschaft Oberbeberich.
- Überlastung herkömmlicher kommunaler Kanalsysteme bei solch extremen Niederschlagswerten.
- Enorme Schäden an der Bausubstanz durch schlagartige, unkontrollierte Wassereinbrüche.
Relevanz für diesen Termin:
Die Simulationen verdeutlichen, dass Oberbeberich bei einer ähnlichen Unwetterzelle vor enormen, existentiellen Herausforderungen steht. Dezentrale Rückhaltesysteme in der Heide sind der einzig wirksame Schutz, um die Abflussspitzen vor dem Erreichen der Bebauung abzufangen.
Aktivitäten der Bürgerinitiative
Ein Rückblick auf die bisherigen, gemeinsam erreichten Meilensteine:
Auftakt am Bockerter Busch
Erfolgreicher Auftakt unter reger Bürgerbeteiligung. Vorstellung hydrodynamischer Modelle und Definition der Sorgenfelder.
Großer öffentlicher Ortstermin
Treffen am Regenrückhaltebecken Schmaler Weg (RRB II) mit Vertretern aus Politik, Behörden und Verbänden sowie der Presse.
Erstgespräch mit Kreisbehörden
Gesprächsrunde mit der Unteren Wasserbehörde und Unteren Naturschutzbehörde zur Abstimmung von Sofortmaßnahmen.
Ideen zur Ursachenbekämpfung
Gemeinsame Ansätze zur Entlastung des Hammer Bachs und Schutz der Heide-Landschaft:
🏡 Selbsthilfe & Schutz
- Privater Objektschutz (Kellerschächte abdichten)
- Dezentrale Errichtung von Sandsackbarrieren
- Eigenverantwortliche, naturnahe Landschaftspflege
🚜 Naturnahe Landwirtschaft
- Anlage von Feldhecken zur Bremsschranke
- Erosionsmindernde, konturnahe Bodenbearbeitung
- Vertragsnaturschutz & Anlage von Streuobstwiesen
🛣️ Versickerungsfähige Wege
- Entsiegelung überflüssig asphaltierter Feldwege
- Einführung sickerungsfähiger Schotterdecken
- Reduktion reißender Fließkanäle auf Wegen
🎓 Wissenschaft & AK
- IWW RWTH Aachen Starkregen-Masterarbeit
- Anregung gemäß Gemeindeordnung § 24
- Gründung Arbeitskreis (Stadt, Kreis, BI, LWK)
Übergabe Bürgerantrag gemäß § 24 GO NRW
Ein wichtiger Meilenstein unserer Zusammenarbeit:
Impulse des Bürgerantrags:
Der ausgearbeitete Bürgerantrag dient als formaler Impuls und rechtliche Grundlage (gemäß § 24 GO NRW), um verbesserte und naturnahe Starkregenschutzmaßnahmen partnerschaftlich voranzutreiben. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Etablierung des vorgeschlagenen Arbeitskreises Starkregenschutz anzustoßen, um zukünftige Planungen von Stadt, Kreis, Verband, Landwirten und Bürgern eng abzustimmen.
Mit der Übergabe an Bürgermeister Hopp leiten wir gemeinsam das offizielle kommunalpolitische Verfahren ein, um dem Starkregenschutz dauerhaft die notwendige Priorität zu verleihen.
Offener Dialog & Ausblick
Gemeinsame Perspektiven & Nächste Schritte:
Perspektive der Stadt Viersen
Gemeinsamer Austausch mit Bürgermeister Hopp zu den administrativen Schritten und der Etablierung des Arbeitskreises.
Perspektive des Verbands
Gedankenaustausch mit dem Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands Mittlere Niers zu hydrologischen Handlungsspielräumen, dezentralen Rückhaltemöglichkeiten und Kooperationen.
Gemeinsame Wege
Vereinbarung konkreter nächster Abstimmungen und Vorbereitung des ersten offiziellen Termins für den Arbeitskreis.
Vielen Dank für die offene, lösungsorientierte und konstruktive Zusammenarbeit!